Die Logistik ist die Lebensader der modernen Wirtschaft und Gesellschaft. Politische Tendenzen unterschiedlichster Art beeinflussen die Logistikbranche und ihre täglichen Aktivitäten in immer stärkerem Masse. Herausforderungen, die mit entsprechend kreativen Lösungen angepackt werden müssen.
Die Logistik steht im Mittelpunkt der täglichen Versorgung der Wirtschaft und sorgt dafür, dass Produkte, Dienstleistungen und Informationen effizient an ihren Bestimmungsort gelangen – seien dies Rohstoffe für die Produktion, Konsumgüter für den Einzelhandel oder Medikamente für das Gesundheitswesen. In einer zunehmend globalisierten und vernetzten Welt spielt die Logistik eine immer wichtigere Rolle, denn ohne eine zuverlässige Logistik können Lieferketten nicht stabil gehalten werden, um die Bedürfnisse von Unternehmen und Konsumenten zu erfüllen.
Die Bedeutung der Logistik geht weit über die reine Verteilung von Waren hinaus und hat direkten Einfluss auf die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Mit einer durchorganisierten Logistik können Waren schnell und effizient bewegt werden, was dazu beiträgt, die Kundenzufriedenheit und die Rentabilität eines Unternehmens zu steigern. In Zeiten des globalen Handels und der Just-in-Time-Produktion ist eine reibungslos funktionierende Logistik unverzichtbar, ohne sie könnten weder Supermärkte ihre Regale füllen noch Online-Shops ihre Kunden zeitnah beliefern.
Resilienz der Lieferketten – Eine Herausforderung.
Die politische Weltlage, insbesondere die Handelskonflikte aber auch der wirtschaftliche Protektionismus beeinflussen die Handelsströme in der internationalen Supply Chain erheblich. Aber auch in Zeiten mit Kriegen und Konflikten und den irrwitzigen Zolldrohungen durch den US-Präsidenten müssen die Lieferketten funktionieren. Betroffen sind alle Verkehrsträger, das Nutzfahrzeug, Schiffe und der Güterverkehr auf der Schiene. Angesichts der wachsenden Herausforderungen und Unwägbarkeiten müssen alle Akteure der Logistikbranche zusammenarbeiten, um die Zukunft der Logistik als strategischen Erfolgsfaktor zu sichern. Multimodalität wird zum Trend durch neue technologische Perspektiven: Mit Hilfe moderner Analysetools kann die Effizienz multimodaler Transporte für Unternehmen individuell ermittelt werden. Dies umfasst Analysen zu Kosteneinsparungen, Energieverbrauch oder CO2-Emissionen. Wichtig ist zudem die Verknüpfung von Informations- und Warenfluss sowie die Flexibilisierung des Transportprozesses.
Anspruchsvolle Routenplanung
Das täglich zu bewältigende Gütervolumen hat sich in den letzten Jahren verändert, vor allem im E-Commerce-Bereich. Immer mehr, aber kleinere Sendungen prägen den Versand. Die Tourenplanung wird anspruchsvoller und nutzt die Daten zu den Ressourcen wie beispielsweise Personal, Fahrzeuge und Transportkapazitäten oder auch Verkehrs- und Wetterdaten als Berechnungsgrundlage. Die Routenplanung wird beschleunigt und optimiert die Wahl der geeigneten Verkehrsträger. Dies ermöglicht eine höhere Flexibilität auf der Strecke. Vernetzte Systeme integrieren zudem Leitstellen, Fahrzeuge und Transportwege und verfügen in Echtzeit über alle relevanten Informationen zur Verkehrslage. So kann gezielt auf Probleme reagiert und Routenänderungen vorgeschlagen werden.
Roboter auf dem Vormarsch
Die Automatisierung durch Roboter ist im Vormarsch. Speziell in Ländern mit hohen Arbeitskosten. Aber auch die Kundenwünsche nach einer zeitlich möglichst kurzen Auftragsabwicklung führt zu einem verstärkten Einsatz von Robotern. Auch in der Intralogistik gelangen Roboter vermehrt zum Einsatz. In Lagerzentren sind heute Roboter als Cobot im Einsatz. Beim Be- und Entladen von Lastwagen gelangen Roboter und selbstfahrende Gabelstapler vermehrt zum Einsatz. Fahrerlose Transportfahrzeuge beziehungsweise mobile Transportroboter sind heute unabdingbar für die Digitalisierung von Supply Chains und zur Steuerung des innerbetrieblichen Materialflusses. In der Logistik der Zukunft ersetzen flexible und autonome Robotik-Systeme in zunehmendem Masse starre Automatisierungslösungen. Durch die Integration von Robotern in die Prozesse, kann der Materialfluss effizienter gestaltet werden, um den Anforderungen an die modernen Lieferketten besser gerecht werden.
Cyber Security – ein Thema mit hoher Bedeutung
Cyber Security zählt derzeit zu den wichtigsten Problemen in der gesamten Logistik. Die immer grösseren Datenmengen werden zunehmend zum Angriffsziel von Hackern. Oberstes Gebot ist es, die sensiblen Datenflüsse so sicher wie nur möglich zu gestalten. Dies erfordert innovative Sicherheitslösungen. Dazu gehören Schutz-, Erkennungs- und Reaktionstools, die nicht nur Angriffe verhindern, sondern mithilfe von fortschrittlichen Technologien und Methoden Bedrohungen aktiv vorhersagen, sie selbstständig erkennen und auf Angriffe reagieren können. Zu den Hauptrisiken zählen derzeit Ransomware, KI-Angriffe, Malware, Denial of Service, Manipulation und Störung von Informationen, sowie Versuche, Mitarbeiter zur Weitergabe vertraulicher Informationen zu bewegen, das sogenannte Social Engineering. Oft ist das schwächste Glied in der Lieferkette Angriffen ausgesetzt. Dies erfordert deshalb von allen an der Logistik beteiligten eine hohe Aufmerksamkeit.
Dekarbonisation mit alternativen Treibstoffen
Dem Gedanken des Umweltschutzes kommt in der Logistik eine hohe Bedeutung zu. Eine nachhaltige Mobilität ist das Ziel, und diese umfasst in erster Linie umweltfreundlichere Antriebe und Treibstoffe für die in der Logistik eingesetzten Fahrzeuge. Dazu zählen neben dem Elektroantrieb mittels Batterie oder Brennstoffzelle die alternativen Treibstoffe LNG, CNG und HVO. Diese drei stellen eine sinnvolle Übergangslösung dar, sind doch nach dem geplanten Verbot von Verbrennungsmotoren für Neufahrzeuge noch immer Millionen an Nutzfahrzeugen unterwegs, die mit einem alternativen Treibstoff weiter betrieben werden können. Im Strassenverkehr können LNG und CNG sowie HVO zum Einsatz gelangen, für Fahrzeuge mit einem Dieselmotor. Für grosse Fahrzeuge wie etwa Container- oder Kreuzfahrtschiffe wird LNG, das heisst flüssiges Erdgas zum Einsatz gelangen, um die Emissionen dieser Fahrzeuge reduzieren zu können. Fortschritte in der Batterietechnik werden dazu beitragen, dass die Reichweite verlängert wird und der Elektroantrieb auch für längere Fahrten attraktiv wird. Dies wiederum hängt allerdings von einem flächendeckenden Ladenetz ab, das weiterhin zügig ausgebaut werden muss, Aber auch die Schiene wird im Güterverkehr der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. So etwa sieht der European Green Deal der EU-Kommission eine Verdoppelung des Schienengüterverkehrs bis zum Jahr 2050 vor. Ein ehrgeiziges Ziel. Zahlreiche Branchen sind auch auf ein zuverlässiges Schienen- aber auch Strassennetz angewiesen und hier besteht bei beiden ein erheblicher Ausbaubedarf. Beim Schienenweg spielt die Pünktlichkeit eine wesentliche Rolle, nur wenn diese stimmt, hat der Kombinierte Verkehr auf der Schiene eine Chance.
Dauerthema Fachkräftemangel
Die im gesamten Bereich der Logistik fehlenden Fachkräfte sind derzeit ein Dauerthema in den Geschäftsführungen vieler Unternehmen. Abhilfe schaffen dabei die Roboter, von denen immer mehr im Einsatz stehen und die immer mehr Funktionen von Menschen übernehmen. In vielen Lagern sind heute Roboter als Cobots tätig und dies neben den Menschen ohne deren Sicherheit zu gefährden. Auch selbstfahrende Gabelstapler und Roboter, die beim Be- und Entladen von Lastwagen eingesetzt werden, tragen dazu bei, das Problem Fachkräftemangel etwas zu entspannen.
Klimapolitik und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt
Auf den Gütertransport als unverzichtbares Mittel zur Versorgung von Wirtschaft und Gesellschaft entfallen aufgrund neuer Studien rund 20 Prozent der CO2-Emissionen. Ein Wert, der in den kommenden Jahren deutlich reduziert werden muss, um die Ziele der Pariser Klimakonferenz einhalten zu können. Die Wirtschaft, aber auch die Gesellschaft sind sich der Problematik der Erderwärmung durchaus bewusst. Grundsätzlich herrscht ein Konsens, dass in Sachen Klimawandel ein energisches Handeln angesagt ist. Doch wie dies konkret zu geschehen hat, darüber ist man sich nicht einig. Obwohl Abkommen und Rahmenbedingungen zur Reduktion der Umweltbelastung bestehen, werden die dazu notwendigen Massnahmen mit unterschiedlicher Intensität ergriffen. Für die einen ist es schon fünf vor Zwölf, für andere wurde dieser Punkt schon überschritten. Bei all den Massnahmen zur Reduktion der Umweltbelastung spielt auch die Rücksichtnahme auf Menschen und Unwelt eine wichtige Rolle. Die Logistik kann – darüber sind sich die Fachexperten einig – durchaus einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Umweltbelastung beitragen, indem Abläufe und Transporte in Zukunft so umweltverträglich wie möglich erfolgen und vermehrt alternative Treibstoffe eingesetzt werden.
Künstliche Intelligenz das Mass aller Dinge
Die Künstliche Intelligenz (KI) ist derzeit der dominierende Faktor im gesamten Bereich der internen und externen Logistik und wird vor allem in den Bereichen Beschaffung & Einkauf, Produktion sowie Vertrieb & Distribution entlang der kompletten Supply Chain eingesetzt. Mit KI kann die Planung aller logistischen Prozesse deutlich verbessert werden. Dazu zählen eine optimale Routenplanung oder die Ladungsbildung, aber auch ein vorausschauendes Bestandes- und Assetmanagement. In der Logistik kann die KI-Abläufe planen, Prognosen erstellen, Entscheidungen treffen und Aufgaben ausführen. und diese Prozesse weitgehend automatisieren. Allerdings nie zu 100 Prozent, es braucht noch immer den Menschen, um die KI zu programmieren und zu kontrollieren. Die KI wird heute vor allem in den Bereichen Bedarfsprognose, Absatzplanung, Produktionsoptimierung und Transportoptimierung eingesetzt.
Wichtige Logistik-Trends
Künstliche Intelligenz dominiert die Logistik
KI ist bereits ein unverzichtbarer Bestandteil nahezu aller Logistiktrends und ist längst im operativen Alltag in der Logistik angekommen. Kaum ein Logistiktrend kommt mehr ohne KI aus.
Resilienz und Diversifizierung der Lieferketten
Die Abhängigkeit von einer einzigen Bezugsquelle, einer einzigen Handelsroute oder einem einzigen Verkehrsträger erhöht das Risiko von Störungen.
Digitalisierung und Vernetzung im Güterverkehr
Optimierte Routenplanung ist ein wesentlicher Treiber für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit in der Transportlogistik, indem Fahrzeuge, Treibstoff und Personal so optimal wie möglich eingesetzt werden.
Automatisierung durch Roboter
Der Trend zur Automatisierung durch Lagerroboter ist in Märkten mit hohen Arbeitskosten besonders wichtig. Ausserdem führen steigende Kundenerwartungen an eine schnelle Auftragsabwicklung zu einem verstärkten Einsatz von Robotik.
Cyber Security
Cyber-Angriffe zielen in der Regel auf das schwächste Glied in der Lieferkette und können eine Kettenreaktion auslösen. Daher müssen nicht nur die Cybersicherheitsteams, sondern sämtliche an der Logistik Beteiligten wachsam sein.
Dekarbonisation und alternative Treibstoffe
Emissionsarme Treibstoffe wie LNG und CNG sowie HVO, stellen eine vielversprechende Übergangslösung dar, denn mit diesen alternativen Treibstoffen können Emissionen kurzfristig reduziert werden. Das macht sie als Brückentechnologie wertvoll
Fachkräftemangel treibt die Automatisierung voran
Immer mehr Prozesse werden automatisiert, um die knapper werdenden Fachkräfte für anspruchsvollere Tätigkeiten einsetzen zu können.
Klimapolitik und Nachhaltigkeit prägen die Logistik der Zukunft
Der Klimawandel verpflichtet zum Umdenken. Die Rücksichtnahme auf die Umwelt wird zur Verpflichtung aller an der Logistik Beteiligten.
Kurt Bahnmüller

